Wertebasierter Verhaltenskodex
im ‚Jungen Theater Wachenbuchen‘ 

Die Spieler*innen, Mitglieder und die Leitung des ‚Jungen Theaters Wachenbuchen‘ teilen folgende gemeinsame Werte:

  • Wir stehen für ein vertrauensvolles und angstfreies Arbeitsklima das auf klarer Kommunikation, Respekt und Wertschätzung aufbaut.
  • Wir sprechen Konflikte innerhalb der Projektbeteiligten offen an und suchen durch ein partnerschaftliches und soziales Miteinander immer nach Lösungen, ohne eine negative persönliche Konsequenz zu erfahren.
  • Der Schutz und die Wahrung der Menschenwürde, die Anerkennung von gesellschaftlicher Diversität sowie die Umsetzung von Geschlechtergerechtigkeit und Chancengleichheit sind als grundsätzliche gesellschaftliche Werte für uns elementar.
  • Sexuelle Übergriffe, Machtmissbrauch, Mobbing sowie jede Form von Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Hautfarbe, sexuellen Orientierung, Geschlecht oder Religion sind ein Verstoß gegen die Menschenwürde und eine Verletzung des Persönlichkeitsrechtes. Solche Verhaltensweisen werden im ‚Jungen Theater Wachenbuchen‘ nicht toleriert.
  • Wir zeigen Haltung und ermutigen uns gegenseitig, jede Form von Übergriff oder Diskriminierung zu unterbinden.
  • Wir sind uns der Verantwortung bewusst, dass es die Aufmerksamkeit und Mitarbeit aller im ‚Jungen Theater Wachenbuchen‘ braucht, um unsere Werte zu schützen.

Präambel
Die nachstehende Vereinbarung wird im Bewusstsein der Verpflichtung geschlossen, die Würde sowie die körperliche und seelische Unversehrtheit aller im ‚Jungen Theater Wachenbuchen‘ zu wahren und zu schützen.
  
Die Projektleitung sowie der Kirchenvorstand wachen darüber, dass alle Personen im ‚Jungen Theater Wachenbuchen‘ nach den Grundsätzen der freien Entfaltung der Persönlichkeit zu fördern und zu schützen sind, sofern es andere in ihren Rechten nicht einschränkt.

Diese Vereinbarung hat das Ziel, ein gutes und partnerschaftliches Klima zu fördern.

Geltungsbereich
Diese Vereinbarung gilt für alle im ‚Jungen Theater Wachenbuchen‘.  Jede mitarbeitende Person ist mitverantwortlich für die Einhaltung dieser Werte.


DEFINITIONEN

Diskriminierung
Unter Diskriminierung ist jede Herabsetzung von Personen, insbesondere wegen ihrer Behinderung, Herkunft, Nationalität, Hautfarbe, Religion, politischen oder gewerkschaftlichen Beschäftigungen, ihres Alters, Geschlechts oder sexuellen Orientierung zu verstehen. Dabei ist es gleichgültig, ob diese in mündlicher oder schriftlicher Form oder in sonstigen Handlungen gegenüber der anderen Person erfolgt.


Mobbing
Mobbing sind alle persönlichen Auseinandersetzungen, bei denen die Handlungs- und Entscheidungsfreiheit einer Person, ihre Persönlichkeitsentwicklung, ihr Selbstwertgefühl, ihre sozialen Beziehungen, ihre Würde und ihr soziales Ansehen, sowie die Möglichkeit, sich sinnvoll in die Prozesse des ‚Jungen Theaters Wachenbuchen‘ einzugliedern, systematisch und wiederholt angegriffen und verletzt werden. Dies ist beispielsweise:

Verleumdung und / oder Verbreitung von Gerüchten über Personen
Desinformation oder absichtliches Zurückhalten von arbeitsnotwendigen Informationen
Drohungen, Erniedrigungen und Unterstellungen, Hohn, Aggressivität
Unwürdige Behandlung durch andere wie z.B. die Zuteilung kränkender, unlösbarer oder gar keiner Aufgaben
Ausgrenzung durch Kontaktverweigerung

Sexuelle Belästigung
Als sexuelle Belästigung ist jedes unerwünschte, sexuell motivierte Verhalten anzusehen, das die Würde der betreffenden Person verletzt. Dazu zählen nicht nur alle sexuellen Handlungen und Verhaltensweisen, die strafrechtlich geahndet werden können, sondern unter anderem auch:
  • Unerwünschter Körperkontakt
  • Sexuell herabwürdigender Sprachgebrauch
  • Anzügliche und sexualisierte Bemerkungen, Witze und Gesten
  • Entwürdigende und entpersonalisierende Bemerkungen über den Körper, die Sexualität oder die sexuelle Orientierung Anderer
  • Die verbale, bildliche und/oder elektronische Präsentation obszöner, sexuell herabwürdigender Darstellungen
  • Aufforderung zu sexualisiertem oder sexuellem Verhalten
  • Andeutung, dass sexuelles Entgegenkommen berufliche Vorteile bringen könnte
  • Direkte oder indirekte Drohung mit Nachteilen für die Ablehnung von Avancen
Die (auch versuchsweise) Erzwingung sexueller Handlung mittels Gewalt oder der Androhung von Gewalt
Grundsätzliches Kennzeichen der Belästigung ist eine Grenzüberschreitung, die ein anderer Mensch gegen seinen Willen erfährt. Sexuelle Belästigung bestimmt sich nicht danach, ob die betroffene Person ihre Ablehnung aktiv verdeutlicht hat, sondern die Tatsache, dass die Verhaltensweise unerwünscht war. Als Belästigung können auch Vorgänge empfunden werden, die nicht beabsichtigt waren.

Umgang mit Macht
Ein demokratischer Umgang mit Macht bedeutet zunächst einmal, die Machtverhältnisse im ‚Jungen Theater Wachenbuchen‘ überhaupt als solche wahrzunehmen und zu reflektieren. Am Anfang steht die Erkenntnis aller Mitarbeitenden, dass sie überhaupt über Macht verfügen. Machtmissbrauch tritt dann ein, wenn eine Person ihre Entscheidungsbefugnisse überschreitet. Der Umgang mit Macht sollte verantwortungsvoll und menschenwürdig sein (Besondere Sensibilität ist von den Regie-führenden Verantwortlichen gefordert!), sowie die Interessen des Hauses wahren. Macht darf nicht dazu dienen, sich Vorteile zu verschaffen.


VERFAHRENSWEISEN UND MASSNAHMEN
Auf Basis der oben angeführten Werte und Feststellungen verpflichten wir uns als Theatergruppe, Mitarbeitende und Kirchen des ‚Jungen Theaters Wachenbuchen‘ zu Folgendem:
  • Der Trennung zwischen dem, was innerhalb und außerhalb der künstlerischen Arbeit erlaubt ist
  • Die Freiräume der Kunst nicht zu missbrauchen
  • Einem respektvollen Verhalten gegenüber allen, unabhängig von Geschlecht, Alter, Religion, Behinderung, Herkunft und sexueller Orientierung
  • Dem Unterlassen von Übergriffen in gestischer, sprachlicher und körperlicher Form
  • Zum verantwortungsvollen Umgang mit Macht
  • Zu eindeutiger und klarer Kommunikation
  • Zum Bemühen um offene und faire Konfliktlösung. 
  • Zum aktiven Einschreiten und Ansprechen der Situation, wenn man Zeuge von Übergriffen, Machtmissbrauch und unangebrachtem Verhalten jeglicher Art wird

Die Ev. Kirchengemeinde Buchen und die Leitung des ‚Jungen Theaters Wachenbuchen‘ reagieren unverzüglich auf jegliche Form von und Anzeigen von diskriminierenden Vorfällen mit klärenden und vermittelnden Maßnahmen. 
Allen Betroffenen ist der gleiche Schutz zu gewährleisten. 

Wo finde ich Hilfe?
Im Falle einer Grenzüberschreitung, Belästigung, Diskriminierung, und bei Problemen und Fragen zur Gleichstellung und Chancengleichheit von Frauen, Männern und queeren Personen, sowie bei sexueller Gewalt, können sich die Ehrenamtlichen und Gäste des ‚Jungen Theaters Wachenbuchen‘ an folgende Stellen wenden:
 

Die Projektleitung
Christoph Goy

Der Vorstand der Ev. Kirchengemeinde


Folgende Ansprechpersonen innerhalb und außerhalb des ‚Jungen Theaters Wachenbuchen‘ sind ansprechbar und bereit in Konflikten als Mediator*in mitzuwirken:

Herr Christoph Goy (Leitung JTW, Dipl. Soz. Päd.)
Frau Larissa Prössler (Dipl. Soz. Päd., Aschaffenburg)
Herr Patrick Baron (Dipl. Soz. Päd.) Jugendpfarramt Kirchenkreis Hanau
Frau Barbara-Droge (Vorsitzende Kirchenvorstand Buchen)